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Titel / Künstler
Datum
 Typ 
VAMPS - VAMPS
Datum: 2009.07.12
 CD 
Künstler:   VAMPS  
Erscheinungsdatum: 2009.06.10
Titel: VAMPS
Typ: Album
Release: 10.06.09

Auf dieses Album hatte ich mich sehr gefreut und konnte es kaum erwarten, bis es endlich erhältlich war. VAMPS versprachen mit den vorausgegangenen Singles sehr viel, und genauso viel erhoffte ich mir von diesem Erstling. Die Band folgt durch die ganze Platte hindurch dem Thema "Vampir" und entsetzt schrie es in meinem Kopf "Konzeptalbum!" auf. Ob sich diese Befürchtung bewahrheitet?

01. Bite

Das Intro ist zum Glück sehr kurz, und doch bringt es mich zum Lachen. Ein Werwolfsgeheul, eine Turmuhr, die Mitternacht schlägt, knarrende Türen und eine Vampirlady, die genussvoll stöhnt. Oh die lieben Klischee's. Dafür haben VAMPS Sinn für Humor.

02. LOVE ADDICT

Natürlich einer der Brüller auf dieser Platte, mein absoluter Favorit. Und leider auch das wohl einzige, wirkliche Highlight, wie ich im Verlauf des weiteren Hörens feststellen musste. LOVE ADDICT wurde zuvor bereits als Single veröffentlicht und löste Begeisterungsstürme aus, was die Erwartungen der darauf folgenden Veröffentlichungen in die Höhe wachsen liess.
Das Lied lädt sofort zum Mitsingen ein, die einprägsame Melodie lässt unweigerlich mein Bein im Takt wippen. Da Hyde auf Englisch singt, verstehe ich den Text in seinem Ganzen und Bilder einer Partynacht schwirren durch meinen Kopf. Alle weiteren Anzüglichkeiten lassen wir mal vorneweg und gehen weiter zum nächsten Song.

03. Cosmos

Toller Bass am Anfang, dann etwas seichte Gitarren und leider für mein Empfinden zu monotoner Gesang. Der Eindruck kann täuschen, denn nach dem vorherigen Knaller einen würdigen zweiten Einstieg zu finden ist schwierig. Nach nochmaligem Hören erschliessen sich mir dann doch noch einige Qualitäten, denn das Lied hat etwas episches an sich, das einen gegen Ende in die Musik regelrecht hinein zieht.

04. Secret im my Heart

An sich ein solider Song mit tollen Instrumenten und Hyde's unbestritten toller Stimme, doch springt der Funke bei mir einfach nicht über. Irgendetwas stört mich, etwas fehlt definitiv. Und leider muss ich feststellen, dass diesmal der englische Text fehl am Platze ist und man lieber ganz beim Japanischen geblieben wäre.

05. Evanescent

Die dritten Single, die VAMPS veröffentlichten, bevor dieses Album auf den Markt kam. Seltsamerweise erinnert mich dieser Song jedesmal an eine gewisse Band, die ich sehr mag.
Trotz allem eine wunderschöne Ballade, die mich zu Tränen rührt und die ich in Dauerschleife hören könnte, ohne dass mir langweilig werden würde. K.A.Z' Gitarrenspiel ist mal federleicht, mal stellenweise kräftig und fordernd. Schön, Hyde singt nur japanisch!

06. Vampire Depression

Allein beim Titel musste ich mir erst ein Schmunzeln verkneifen, dann war ich erfreut, dass die Durststrecke auf dem Album vorbei zu sein schien, denn der Song hat harte Riffs, die endlich zum Headbangen verleiten. Nur der Synthesizer stört ein wenig und auch hier springt der Funke bei mir einfach nicht über, obwohl der Song definitiv viel Potenzial hat.

07. REDRUM

Endlich! Der Funke ist da. Einfach ein toller Song ganz in Tradition von VAMPS und den bisher veröffentlichten Singles, die mich so begeisterten. Hier zeigt das Duo, was es wirklich drauf hat, nämlich Songs schreiben, die Spass machen, die rocken und sich ins Hirn brennen. Leider etwas zu kurz für meinen Geschmack, aber es gibt ja zum Glück die Wiederholtaste.

08. DEEP RED

Ehrlich, ich musste diesen Song zweimal hintereinander anhören, um etwas über ihn schreiben zu können. So wenig blieb mir nämlich beim ersten Mal hängen.
Angenehmer Bass und ein etwas zu schnelles Schlagzeug dafür, dass der Song eher gedeckt ist. Ansonsten relativ solide als Ganzes, doch leider nicht wirklich überzeugend. Mit seinen 5:26 Minuten dauert der Song zu lange. Next!

09. I GOTTA KICK START NOW

Das andere Highlight dieser Platte, und ebenfalls bereits auf einer vorab veröffentlichen Single zu finden. Der Song ist stellenweise so wunderbar dreckig, dass er einfach nur Spass macht und einen in abenteuerliche Stimmung versetzt. Toll, toll, toll. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen.

10. Time goes by

Freudig hüpft mein Gitarren liebendes Herz, als ich die Akustikgitarre höre. Ich kann mich nicht entscheiden, ob die bald darauf einsetzenden harten Riffs stören oder nicht, aber schon im nächsten ruhigeren Zwischenteil ist die Akustikgitarre wieder da und nein, nichts stört hier. Hier machen VAMPS alles richtig.

11. Sweet Dreams

Der Titel schreit geradezu nach Ballade, und so ist es dann auch. Hyde brilliert hier stimmlich, nur sollte er sich bei Balladen auf seine Muttersprache konzentrieren oder sich wenigstens entscheiden, in welcher Sprache er singen möchte. Leider klingt Englisch nicht halb so schön wie Japanisch bei seinen Balladen. Trotzdem angenehm träumerischer Song.

12. HUNTING

Gleich mal vorneweg: viel zu kurz!
Nicht mal zwei volle Minuten von dieser Genialität an Rockmusik, schade. Ich sollte den beiden eine Protestmail schreiben und ihnen nahelegen, bei einem Bier die lange Version dieses Ohrenschmauses zu schreiben.

13. SEX BLOOD ROCK'N'ROLL

"Meh Dräck!" sagte mal ein gewisser Schweizer, und jawohl, Dreck ist hier das richtige Wort. Richtig dreckiger Rock'n'Roll, der wunderbar Spass macht und in mir den Wunsch weckt, den Song live zu sehen und dabei ein Bier in der einen und einen knackigen Kerl an der anderen Hand zu haben. Jawohl. Brüllt, schreit, wälzt euch im Dreck. Danke für diesen Song!

Fazit:
Ein würdiges erstes Album dieses aus Musikgrössen bestehenden Duos, das allerdings nicht ganz alle meine Erwartungen erfüllen kann. VAMPS ist eine durchwegs solide produzierte Platte, doch die Ahnung eines an gewissen Stellen nach Konzept konzipierten Albums lässt sich nicht leugnen, dafür hat es zu viele Durststrecken. Trotz allem freue ich mich auf weitere Releases dieser beiden Herren, machen sie doch tolle Musik und verstehen was von ihrem Handwerk.
Author: himawari
letzte Änderung: 2009-10-28